Archiv für Januar, 2011

Stromnetzwerk – Devolo DLAN 200AV

16. Januar 2011, 19:35

Ich fand diese Idee schon früher praktisch. Damals gab es diese DLAN Strom-Netzwerk-Adapter noch mit nur 14 Mbit/s Datenrate.
Die Idee ist gut: Einfach ein Gerät mit dem Router Verbinden, die anderen irgendwo im Haus mit den Netzwerk-Geräten (PCs, Spielekonsolen, NAS, …) verbinden.
Die Praxis war dann aber weniger toll, die Übertragungsrate war viel zu gering wenn die Verbindung überhaupt zustande kam.

Da ich ja hoffe, das sich die Technik weiterentwickelt, habe ich es nun mit den ’neuen‘ 200 Mbit/s Modellen versucht. Wirklich neu sind diese auch nicht, das ganze gibt es schon seit mindestens einem Jahr.

Wie auch immer:  Die 200 Mbit/s-Modelle funktionieren hier deutlich besser als damals die alten (die ich dann verkauft habe). Die hohe mögliche Datenrate ist natürlich ein großer Vorteil, so bleibt in der Praxis mehr über. Aber auch die Technik an sich wurde weiterentwickelt, Probleme wie Phasen-übergreifender Einsatz oder der Lange Leitungsweg über 2 Etagen in den Keller und wieder hoch klappt nun gut.

Der Zusatz ‚AV‘ soll nur ein Hinweise auf die Eignung zum Videostreaming durch die hohe Übertragungsrate sein, spezielle Videofunktionen gibt es nicht.
Es gibt jedoch von Devolo auch einen Sat-Receiver, bei dem Empfangsteil und das Gerät für den Fernseher getrennt sind und per Stromnetz die TV-Signale übertragen.

Die neuen sind nicht mit den alten kompatibel, sollen sich aber auch nicht Gegenseitig stören. Wer wirklich von alt auf neu umsteigen will wird wohl besser alle Geräte tauschen, um kein doppeltes Stromnetz zu benötigen (es wäre am Router sonst je ein alter und neuer Adapter nötig).

Einen wirklichen Grund für die alten Modelle gibt es eh kaum:
– Adapter mit WLAN-AP gibt es auch in neu und dann auch mit aktuellem WLAN-N.
– Die Adapter mit USB wird man heute kaum brauchen, da ja jeder halbwegs aktuelle PC eine Netzwerkkarte hat oder eine eingebaut werden kann.
– Bleiben nur die Audio-Adapter (um Musik vom PC zur Anlage zu bekommen). Hierfür gibt es keinen Ersatz.

Einrichtung:
Die gestaltet sich recht einfach. Verfügen alle Geräte über einen Knopf, kann man damit eine individuelle Verschlüsselung einrichten.
Ansonsten geht dies auch per PC-Software, die auch den Status und die Verbindungsgeschwindigkeit der Geräte zeigt. Dort kann man das Passwort zur Verschlüsselung aller Geräte setzen. Kommt später ein neues hinzu, verbindet man einfach den PC per LAN mit dem Gerät, trägt das gleiche Passwort ein und schon gehören alle Geräte zusammen.
Die Einrichtung bleibt in den Geräten gespeichert, auch ohne Strom (z.B. wenn man einzelne Adapter nur nach Bedarf nutzt).
Die Software ist nicht so wirklich gut an kleine Netbook-Displays angepasst (manche Anzeigen sind dann recht klein) und auch ein wenig verspielt. Aufgrund der wenigen Optionen geht das aber noch.

Verwendung:
Diese geht so leicht wie bei einem normalen Switch, nur das dieser über das Haus verteilt ist.
Ein Adapter muss irgendwie ans Internet kommen, die anderen verteilt man im Haus und steckt sein Gerät an (oder per Switch mehrere).
Es gibt dabei keinen Master. Alle gerade aktiven Geräte finden sich und das Internet automatisch.

Die Geräte zeigen mit 3 LEDs ihren Zustand:
– Power: Leuchtet normal, blinkt im Stromsparmodus
– Häuschen: Leuchtet/Blinkt bei Verbindung/Datenübertragung über das Stromnetz. Die Farbe (grün, orange, rot) zeigt die Verbindungsqualität. Ist es nicht grün, sollte man i nder software gucken, wie schlecht die Übertragungsrate ist und ggf nachbessern (andere Steckdose, nicht in Mehrfachleisten,… Die Software gibt Tipps dazu).
– LAN: Zeigt ob ein Gerät angeschlossen ist und ob Daten übertragen werden.

Strom sparen:
Auch das geht. Ist ein Adapter ohne angeschlossenen PC, bzw ist dieser aus, schaltet der Adapter nach einer Weile ab. Er ist dann über das Stromnetz nicht erreichbar. Bei Start des PCs geht er aber wieder an.
Damit dies klappt, muss der PC auch die Netzwerkkarte abschalten. Hierzu deaktiviert man im BIOS udn in Windows-Gerätemanager die diversen Funktionen, den PC per WOL oder sonstwie per LAN zu wecken oder zu booten.  Klappt das nicht, sind die maximal 4 Watt aber auch nicht so schlimm…

Firmware updaten:
Jetzt muss man ein wenig rumlaufen: Das jeweilige Gerät muss direkt mit dem PC verbunden werden. Dann einfach die Firmware-exe starten, durchlaufen lassen, fertig.
Also entweder alle Adapter zum PC tragen oder mit einem Notebook durchs Haus laufen. Nunja, ein wenig Bewegung schadet auch nicht. 😉

Modelle:
– dLAN® 200 AVmini: Kompakte Bauform ohne Gerätesteckdose (derzeit 3 Stück im Einsatz, einer davon nur im Bedarfsfall)
– dLAN® 200 AVplus: Mit Steckdose, die einen Störfilter enthält. Da PCs und andere Geräte mit Netzteilen das DLAN Stören können, werden diese Störungen mit der eingebauten Steckdose gefiltert.
– dLAN® 200 AVsmart+: Wie AVplus, aber mit LCD statt 3 LEDs. das LCD zeigt zusätzlich die Empfangsqualität anderer DLAN-Geräte. Praktischer Vorteil: Auch im Schlafzimmer geeignet, wo LEDs stören. Dafür ist das LCD unbeleuchtet und ohne Taschenlampe nur schwer ablesbar. (derzeit 1 Stück im Einsatz im Schlafzimmer mit dem Squeezebox Webradio)
– dLAN® 200 AV Wireless N: mit WLAN-AP und 3fach-Switch. Ideal wenn das normale WLAN nicht reicht, oder wenn man einen Router ohne WLAN verwendet.
– dLAN® 200 AV Easy: Nicht mehr aktuell.. Wie Mini aber etwas größer.

Alternativen und Ergänzungen:
– Devolo hatte einige Modelle auch in Schwarz statt weiß als Aktion.
– Conrad hat einige Modelle in weiß mit Devolo-Label und schwarz als Eigenmarke.
– Allnet hat einen wohl kompatiblen Adapter mit POE-Funktion. So braucht es für geeignete IP-Telefone oder Netzwerk-Kameras kein Netzteil extra.

Fazit:
Wenn man keine Kabel legen kann und/oder WLAN nicht reicht, eine praktische Alternative.

Hersteller-Webseite:
www.devolo.de

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WLAN für jede Digitalkamera – Eye-Fi SD-Karte

7. Januar 2011, 21:27

Ich habe nun eine solche Eye-Fi-Karte seit einigen Wochen im Einsatz, um die Bilder einfach und direkt auf den PC und online zu bekommen.

Auf diese praktische Idee kam ich auf der Photokina.
Dort wurde die Verwendung einer teuren Spiegelreflex-Kamera live gezeigt, für die es optional (für ca 1000 EUR) ein WLAN-Modul gibt. Damit werden die Fotos direkt nach dem Auslösen auf den PC gesendet, inkl der Einstellungs-Anzeigen, wie man sie auch auf dem Kamera-Display sieht.

Die Eye-Fi Karte ermöglicht nun ‚ähnliches‘ für fast jede Kamera mit SD-Karten Einschub und kosten je nach Modell 60 – 90 EUR.
Die Kamera muss dazu SDHC unterstützen (sollten alle neueren haben) und mit einigen wenigen Kameras klappt es wohl dennoch nicht.
Aus Sicht der Kamera ist es eine ganz normale SD-Karte, die Kamera muss hier also nichts besonders unterstützen. Dafür geht das mit der Anzeige der Kamera-Einstellungen natürlich nicht, aber das brauchen wohl nur professionelle Anwender im Foto-Studio.
Die Karte erkennt alleine, das ein Foto oder Video gemacht wurde und überträgt es per WLAN an den PC.
Zum Stromsparen ist die WLAN-Verbindung nur aktiv, solange nötig. Es dauert daher einen Moment, bis die Übertragung startet, sofern man nicht mehrere Fotos direkt nacheinander macht.
Auch weiß die Kamera nicht und man sieht es ihr auch nicht an, ob die Übertragung durch ist und man schaltet ggf zwischendrin ab (ausgenommen einige wenige Kameras).

Diese ‚Probleme‘ werden aber recht gut umgangen. Die Karte versucht die Übertragung bei nächster Möglichkeit wieder und merkt sich, welche Fotos erfolgreich übertragen wurden.  Je nach Einstellung kann auch ein bestimmter Speicherplatz auf der Karte freigehalten werden. Die Fotos werden automatisch gelöscht, sofern sie sicher übertragen sind. Zusätzlich zum PC können die Fotos auch auf einen FTP-Server und/oder Foto-Seiten (Flickr, Picasa, … ) geladen werden.
Mit der FTP-Funktion kann man (ggf mit etwas PHP-Programmierung) eine eigene Gallerie und/oder Live-Ansicht erstellen. Eine Datums-basierte Ordner-Struktur ist für den Upload möglich, wie auch die Möglichkeit, die Bilder direkt verkleinert hochzuladen.
Genauso landen die Fotos/Videos auch auf dem PC in einem wählbaren Ordner und in einstellbarer Datums-Struktur.

Auf die Akkulaufzeit wirkt sich die Eye-Fi Karte nicht merklich aus.
Generell empfiehlt es sich, für Kameras mit AA-Batterien die Sanyo Eneloop Akkus zu verwenden. Diese haben vorallem eien sehr geringe Selbstentladung. Die Kamera ist also nicht ständig gerade dann leer, wenn man sie benutzen will. Dazu sollte man aber kein allzu billiges Ladegerät verwenden udn ines, das überhaupt für NiMh geeignet ist…

Wirklich praktisch ist, das PC und Kamera nichtmal gleichzeitig an sein müssen. Je nach Einstellung werden die Daten dann erst an einen Eye-Fi Server übertragen und später vom PC aus heruntergeladen.
Das Verhalten ist für Foto und Video getrennt einstellbar, wie auch der FTP und Webseiten-Upload.
Diese Funktion ist sehr praktisch, da man so auch unterwegs (z.B. mit Mobilen Hotspots) die Fotos direkt online bekommt.
Dabei kann man es als Vorteil oder Nachteil sehen, das immer die volle Kamera-Auflösung übertragen wird. Gerade bei Mobilfunk-Anbindung und großer Kamera-Auflösung kann der Upload also etwas dauern…
Dafür hat man die Bilder dann mit nur einem Upload auf allen Foto-Webseiten und später auch direkt am PC.

Je nach Variante der Karte können die Bilder auch über öffentliche Hotspots hochgeladen werden, diese Funktion kostet aber eine Jährliche Gebühr. Und auch Geo-Taggen ist je nach Kartenmodell möglich:  Die Karte speichert die zum Zeitpunkt des Fotos empfangbaren WLAN und fragt später eine Datenbank ab, wodurch die Koordinaten in die EXIF-Daten gespeichert werden.
Das WLAN-Netz hierfür ist natürlich nicht allzu flächendeckend und genau, es geht aber je nach Wohnort oder Einsatzort.

Die Notwendigkeit des Eye-Fi Servers hat natürlich einen Nachteil: Dieser ist manchmal Überlast (und damit etwas träge) und sollte der Hersteller je Pleite gehen, sind die Online-Funktionen nicht mehr nutzbar.

Die Einrichtung erfolgt recht leicht per PC. Erstmalig wird dazu ein spezieller mitgelieferter Kartenleser verwendet.  Später kann man fast alle Änderungen per Funk durchführen bzw werden eh rein in der Software oder über den Eye-Fi-Server abgewickelt. Die Fotos kann man auch mit jedem SDHC-Kartenleser von der Karte holen, wenn man die WLAN-Verbindung nicht nutzen will/kann.

So generell gefällt das System, es geht einfach schneller, als die Karte umzustecken auch wenn es einen Moment dauert. Man muss sich nur angewöhnen, die Kamera noch einen Moment laufen zu lassen. Am PC sieht man den Fortschritt.

Neu dieses Jahr soll eine Möglichkeit kommen, ohne Online-Verbindung per WLAN von der Karte zu einer Smartphone-App zu übertragen. Damit kann man dann z.B. ein ausgewähltes Foto twittern und dabei die Qualität der hochwertigen ‚richtigen‘ Kamera nutzen…

Ggf praktisch ist die Einstellung, nur bestimmte statt aller Fotos zu übertragen. In diesem Fall aktiviert man über das Menü der Kamera bei entsprechenden Bildern den Schreibschutz.

Wer die Karte (gebraucht) kaufen will: Es gibt die X2-Serie und eine alte. Und da gibt es jeweils Modelle die mehr oder weniger Funktion mitbringen. Auf der Webseite ist der Funktionsumfang aufgeführt.
Auch in die Kompatibilitäts-Liste sollte man gucken, da es eben einige Kameras gibt, die Probleme bereiten.

Hersteller-Webseite: eye.fi

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